Das große Kochen und Backen

Heute hatte ich keine Pläne, darum wollte ich den Tag heute ganz für mich und dem Faul-sein nutzen. So ganz hat das jedoch nicht geklappt, da ich plötzlich einen Anflug von Motivation hatte und kaum still sitzen konnte. Immerhin habe ich auf diese Weise so einiges geschafft – insbesondere auf meine kulinarischen Werke bin ich ziemlich stolz.

Der Morgen war heute schön ruhig und terminfrei, was ich für einen faulen Tagesbeginn im Bett genutzt habe – zusammen mit einem Buch und Musik. Irgendwann hatte ich jedoch Hunger, es war also Zeit, die warme Bettdecke endlich zu verlassen und mir ein leckeres Frühstück zu machen. Auch heute habe ich dabei Natto, die stinkigen Sojabohnen verwendet, diesmal jedoch als Belag für eine mit Margarine bestrichene Scheibe von meinem Roggenbrot. Das Natto hat zusammen mit dem Brot auch super geschmeckt; ich hatte die Sojabohnen neben der üblichen Mischung aus Senf und Sojasoße außerdem noch mit Frühlingszwiebeln und Hefeflocken gewürzt, was das nussige Aroma fantastisch ergänzt hat. Für eine weitere Scheibe habe ich mir zusätzlich noch eine kleine Portion veganes Rührei gemacht, das ich wie sonst auch mit Schnittlauch und Hefeflocken bestreut habe.

Als Brotaufstrich gefallen mir die schleimigen Sojabohnen auch sehr gut. © Christina Deinhardt

Mögen die Kochexperimente beginnen

Nach dem Frühstück ging es schließlich los: Zuerst habe ich mich um die Küche und die Wäsche gekümmert, wo sich so einige Sachen angesammelt hatten. Außerdem habe ich ein paar Kochprojekte gestartet, zum einen musste ich einen neuen Kurt ansetzen, außerdem habe ich eine Schüssel mit Hefeteig angerührt, da ich einen Hermann machen möchte, den legendären Sauerteig-Kuchen aus Weizenmehl, der in den 90er-Jahren vermutlich so manche Eltern zum Verzweifeln gebracht hat. Keine Sorge, ich plane nicht, den glibberigen Teig samt Kettenbrief weiterzugeben. Stattdessen möchte ich einfach ausprobieren, ob der Kuchen wirklich so gut geschmeckt hat, wie es mir meine Erinnerungen vorgaukeln wollen. Der Starter für den Teig war auch schnell zubereitet und nun darf Hermann zusammen mit Kurt in Ruhe fermentieren und vor sich hin stinken – das nächste Langzeitprojekt also.

Wesentlich schneller ging das Kürbis-Experiment, das ich spontan ausprobieren wollte. Einen kleinen Hokkaido-Kürbis hatte ich noch übrig und der musste langsam aber sicher verarbeitet werden. Ich habe ihn also halbiert und von den Kernen befreit, anschließend wurde eine Hälfte in Stücke geschnitten und gekocht. Nach einiger Zeit konnte ich die weichen Stückchen pürieren und zusammen mit Hafermilch, Kürbiskuchengewürz, Agavensirup, Zimt und Kaffee zu einem leckeren Pumpkin-Spice-Latte verarbeiten – wirklich lecker, auch wenn ich das mit den verschieden farbigen Schichten nicht hinbekommen habe. Vielleicht klappt es beim nächsten Versuch besser, schließlich habe ich nun einige Portionen des Kürbis-Muses im Kühlschrank stehen.

Der Latte war würzig und hat leicht nach Kürbis geschmeckt. © Christina Deinhardt

Wer braucht schon Pommes?

Der restliche Kürbis wurde beim Mittagessen direkt weiterverarbeitet, denn für die geplanten veganen Nuggets habe ich neben einem Salat aus Gurke und Tomate noch eine weitere leckere Beilage benötigt. Den Kürbis habe ich also in Spalten geschnitten und in Salz, Pfeffer und Olivenöl gewendet, ehe sie für einige Zeit in die Heißluftfritteuse gewandert sind. Die Wartezeit habe ich produktiv genutzt, indem ich so einige Zutaten, Behälter und Tüten sortiert, umgefüllt und verstaut habe; das Küchenregal sieht nun nicht mehr ganz so chaotisch aus. Irgendwann muss ich mir jedoch noch weitere Gläser und Behälter besorgen, insbesondere, wenn ich nun häufiger Backen möchte.

Backen ist auch ein gutes Stichwort für das nächste Projekt des Tages: Der vernachlässigte Backofen musste dringend geputzt und versorgt werden. Genau das habe ich getan, wobei ich auch noch die Glühbirne entfernt habe, da ich diese endlich austauschen muss – so wie zahlreiche andere Birnen in meiner Wohnung. Es also weiter mit einer Glühbirnen-Jagd, weshalb ich nun lauter ausgebrannte LED-Birnen sowie eine lange Einkaufsliste der unterschiedlichen Ersatz-Birnen bereitliegen habe.

Sobald der Kürbis fertig gebacken war, habe ich ihn noch einmal gewürzt, diesmal mit dem restlichen Öl und einer großzügigen Prise Hefeflocken. Die Mahlzeit hat damit auch wirklich super geschmeckt, auch wenn der Kürbis fast ein wenig zu weich war, um als würdiger Pommes-Ersatz dienen zu können. Geschmacklich waren die Spalten jedoch fantastisch.

Die Nuggets hatte ich schon ewig nicht mehr. © Christina Deinhardt

Bratapfel oder so ähnlich

Auch nach dem Essen habe ich fleißig weiter in meiner Wohnung gewerkelt: Als Nächstes stand der Staubsauger auf dem Programm, der dringend versorgt, geleert und gereinigt werden musste. Im Anschluss konnte ich auch endlich wieder anständig saugen – die Saugkraft hatte in der letzten Woche drastisch nachgelassen, doch unter der Woche war ich einfach zu faul, mich darum zu kümmern. Den besonders sauberen Boden habe ich gleich noch als Anstoß genutzt, um den Wischmopp anzuwerfen und den Boden zu schrubben. Nach der ganzen Plackerei hatte ich nach einiger Zeit Lust auf einen Snack, allerdings war mir ein einfacher Apfel zu langweilig. Stattdessen habe ich diesen zerschnitten und zusammen mit Apfelwein, Erythrit, Zimt, Muskatnuss, ein paar Cranberrys, Zitronensaft, Pflanzenfett mit Buttergeschmack und Speisestärke in einen Topf gegeben und für einige Zeit und unter ständigem Rühren köcheln lassen. Das Ergebnis war überraschenderweise super und ein guter Ersatz für Bratapfel – zumindest meiner Meinung nach. Den Snack sollte ich mir vielleicht notieren und häufiger zubereiten.

Der Apfel-Snack ist perfekt für die Weihnachtszeit. © Christina Deinhardt

Es geht weiter

Auch nach dem Snack ging es weiter mit meinen Projekten, so habe ich zum Beispiel alle Stoffe gebügelt, da die Auto-Freundin und ich am Donnerstag endlich meine Gewandung nähen wollen. Das war auch gleich eine gute Gelegenheit, um noch ein paar Hemden zu bügeln, die schon seit einiger Zeit knittrig im Schrank hängen. Ansonsten habe ich das Bad geputzt, die Wäsche versorgt, einige Dinge zum Entsorgen zusammengesammelt und die Kürbiskerne gewaschen, gewürzt und geröstet. Gegen Abend konnte ich den auch gleich noch Kurt den Sauerteig weiterverarbeiten – Morgen früh geht es dann weiter mit dem Backen. Spontan habe ich außerdem noch versucht frische Brötchen aus Hefe-Teig zu machen, was an sich recht gut geklappt hat, allerdings bin ich noch nicht ganz zufrieden. Aber egal, Hauptsache ich habe für das morgige Mittagessen frische Brötchen.

Der erste Versuch ist zwar nicht perfekt, kann sich aber sehen lassen. © Christina Deinhardt

Nach all dem Werkeln und Wurschteln bin ich nun ziemlich erledigt – aber auch ziemlich zufrieden. Jetzt heißt es darum nur noch Entspannen, Lesen und Schlafen.

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