Schlemmen beim Japaner

Wenn sich die Chefin in Nürnberg herumtreibt, muss man das natürlich ausnützen. Wir haben uns darum zum Abendessen getroffen und den Arbeitstag mit leckerem Essen ausklingen lassen. Für mich eine gute Gelegenheit einen weiteren Menschen in mein Lieblingsrestaurant zu schleppen: den fantastischen Japaner in der Innenstadt.

Wirre Gedanken haben mich heute viel zu früh aus dem Schlaf gerissen – vielen Dank, liebes Unterbewusstsein. Die so gewonnene Zeit habe ich aber gut genutzt: Da ich heute mehr oder weniger spontan meine Ersparnisse anzapfen wollte, um bei ein paar Schnäppchen zuzuschlagen, habe ich noch einmal genau recherchiert, ob ich mit den Geräten auch wirklich zufrieden bin. Meine Suche hat die Auswahl jedoch nur bestätigt; übrigens geht es dabei um die Joghurt- und die Pasta-Maschine. Eigentlich wollte ich mit dem Kauf ja noch warten, doch bei dem Angebot musste ich einfach zuschlagen. Mit dem Entschluss fest im Kopf habe ich mich schließlich für den Tag fertig gemacht, wobei es jedoch zuerst mit der Sauerteig-Pflege losging; Hermann wollte umgerührt und Kurt musste aufgeteilt und abgefüllt werden. Da ich meiner Chefin einen Kurt versprochen hatte, habe ich gestern Abend noch eine kleine Portion angesetzt, die nun für den Transport vorbereitet werden musste.

Meine Chefin war auch der Grund, warum mein Frühstück heute nur klein ausgefallen ist: Aufgrund eines Termins ist sie in Nürnberg, darum treffen wir uns am Abend zum Essen beim Japaner, wo sie von mir einen Crash-Kurs im Umgang mit Stäbchen bekommen wird. Ebendarum wollte ich tagsüber Kalorien sparen, deswegen gab es nur ein kleines Brötchen mit Margarine sowie einen Pumpkin-Spice-Latte.

Das Brötchen war schon recht hart, geschmeckt hat es trotzdem. © Christina Deinhardt

Weg mit dem Brot

Das frisch gebackene Brot steht in den Startlöchern, doch erst musste der altbackene Rest aufgebraucht werden. Aus diesem Grund habe ich mir eine einfache Brotsuppe gemacht, für die ich das alte Brot in kleine Stücke geschnitten und zusammen mit einer großen Zwiebel und veganem Speck angebraten habe – dafür habe ich das Pflanzenfett mit Buttergeschmack verwendet. Bevor ich alles püriert habe, kamen Sellerie, Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer, eine orientalische Gewürzmischung und veganer Mozzarella dazu und durften zuvor noch kurz köcheln. Am Ende kam noch Petersilie und Soja-Creme dazu, was jedoch nicht so elegant geworden ist, wie ich mir das vorgestellt hatte. Obwohl die Suppe nicht sonderlich appetitlich ausgesehen hat, war sie ziemlich lecker. Ich war darum ziemlich froh darüber, dass ich sogar noch etwas Nachschlag im Topf hatte. Das Brot ist also nun aufgebraucht, sprich, ich kann nun den frischen Laib anschneiden und prüfen, ob er überhaupt genießbar sind.

Wie das aussieht, sage ich jetzt lieber nicht. © Christina Deinhardt

In Schale geworfen

Geschminkt und im neuen Kleid ging es pünktlich zum Feierabend in die Stadt. Erst musste ich aber noch zur Nachbarin von Gegenüber, da sie ihren Ersatzschlüssel wollte. Sobald das erledigt war, konnte ich mich endlich auf den Weg machen. Bei der Gelegenheit war ich schnell noch beim Asiamarkt, um Sojabohnen zu besorgen, schließlich will ich, sobald die Joghurt-Maschine angekommen ist, meine Natto-Experimente starten. Zusätzlich habe ich noch eine Yams gekauft, ein längliches Wurzelgemüse, das zu einer schleimigen Paste gerieben werden kann und wunderbar zum Verdicken von Suppen oder Anrühren von Natto verwendet werden kann – ähnlich wie geriebener Rettich, aber eben viel, viel schleimiger.

Mit meiner Beute ging es schließlich weiter zum Izakaya, von dem ich ja bereits häufiger berichtet hatte. Meine Chefin kam zwar etwas verspätet, aber in der Zwischenzeit habe ich mir einfach einen leckeren Cocktail gegönnt – eine leckere Mischung aus japanischem Whiskey, Eiweiß, Yuzu und anderen Zutaten, an die ich mich nicht mehr erinnern kann. Sobald meine Chefin schließlich eingetrudelt ist, konnte es aber endlich mit dem Essen losgehen. Angefangen haben wir mit meinen üblichen Vorspeisen, gebratene Küchlein aus Rettich und Reismehl – Daikon-Mochi – sowie mit Mehl paniertes Huhn. Als Hauptspeise ging es bei mir wieder ins Yuzu-Eck der Speisekarte: Ich habe mir Yuzu-Shio-Ramen bestellt, also eine Brühe aus Salz und Yuzu, die japanischen Zitrusfrucht, von der ich auch schon häufig geschwärmt habe. Das Gericht sah nicht nur fantastisch aus, sondern hat auch wunderbar geschmeckt.

Wie aus einem Gibli-Film. © Christina Deinhardt

Der Abend war insgesamt sehr lustig, wir haben uns gut unterhalten und der Stäbchen-Crashkurs hat, meiner Meinung nach, auch ganz gut funktioniert. Zumindest mussten wir keine Verzweifelungsgabel anfordern und die Ramenschüssel der Chefin ist trotzdem leer geworden; eine hervorragende Leistung, wie ich finde!

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